Mittwoch, 16. März 2011

Zeitgeist...

Dienstag, 28. April 2009

Schlafwandler

die letzten Sonnenstrahlen am Himmel verblassen
die letzte Tagesstund verrinnt
die alten Sehnsüchte dich fassen
wenn wieder der nächtliche Tanz beginnt

Leuchtende Glut die Dunkelheit erhellt
Zug um Zug, Minute um Sekunde
wie jede Stunde zu Asche zerfällt
richten wir die Zeit zu Grunde

Blauer Schleier statt Lider die Augen bedeckt
von offenen Wünschen und geheimem Verlangen
hinter tiefen Blicken ins Leere versteckt
Gedanken im Seelennebel gefangen

Erinnerungen nehmen uns bei der Hand
wollen durchlebt und gefühlvoll sein
führen uns hinüber ins Träumeland
wo alles Sein ist oder Schein

Ich suche, finde dich und deine Träume
folge dir zu vielen tausenden von Orten
Im Land ohne Regeln ohne Zeit und Räume
wo alles entsteht aus Wünschen und Worten

So werd ich durch deinen Schlaf wandeln
mit dir zusammen träumen und leben
fühlen, lieben, trauern und handeln
und nach der großen Erfüllung streben

Kein Geist kann uns erschrecken
in tiefen U- Bahnen verstecken
oder Blick zum höchsten Turm hinauf
Spring ! Sei dir sicher; ich fang dich auf !

So halt ich dich fest in meinem Arm
und während dein Kopf auf meiner Brust absinkt
hörst du den Herzschlag, sicher und warm
doch spür ich wie unsre Zeit verrinnt

Der Morgen naht, du wachst gleich auf
ein letzter Blick, ein letzter Kuss
Sonne, der Tag nimmt seinen Lauf
So findet ein Traum nun seinen Schluß

Liegen im Bett, spür ich dich immernoch
jede Berührung, dein Duft- ein Gedicht
dein Atem, ein Streicheln am Arm, doch
die Augen zu öffnen getrau ich mich nicht

Die Morgensonne jede Hoffung zerstört
du wärest diesmal vielleicht noch hier
doch bleibt mein Wünschen ungehört
kalt und leer bleibt der Platz neben mir

Doch weiß ich, sie kommt, diese Nacht
wo ich alles sein kann, was ich sonst nicht darf
dich zu spüren mit aller Macht
wenn du dann wandelst, in meinem Schlaf...

Donnerstag, 12. März 2009

Licht im Schatten der Vergangenheit

Tat Orpheus einst vorm Höllentor den Blick zurück
Am Ende war es nur das Leid was blieb
Mancher Blick in die Vergangenheit, heut altes Glück ?
Arglos schleicht der Schatten im Verstand
Ringt mit den Kräften der Moral
Als Martyrium kaum mehr benannt

Magnetisch, zwei kalte Flammen tanzen umschlungen
Eine wie die andere flackernd, dunkles Licht
In dem Moment vereint, neue alte Größe errungen
Nun als helle Fackel den Schein des Dunkels zerbricht

Ein Moment, von Raum und Zeit ganz und gar leer
Richtet sich ein AugenBlick auf die
Seele, tief wie das Meer...
Tosende Gedanken, rasendes Herz, Gefühle, die Engel aufsaugen
Erregung lässt Körper beben, gebissene Lippen erzittern
Realitätsglanz verbrennt Zelluloid vor inneren Augen

Kein Widerstand mehr, der Versuchung hingegeben,
Unsagbar heiß, glühende Lippen, brennende Berührung
Still steht die Welt, und dreht sich doch wie nie im Leben
So gehn sie auf in gleißendem Licht, zur Morgendämmerung


Bleiben wird stets wohl nur Erinnerung, gehütet wie ein Schatz
An etwas besonderes, an einem ganz besonderen Platz

Montag, 15. Dezember 2008

Nachtschatten I

Dumpf hallten die schweren Schritte auf dem Kopfsteinpflaster durch die nur spärlich erleuchteten Gassen. Aus einiger Entfernung ertönte das markerschütternde Heulen eines Hundes, dessen Echo sich in den engen Winkeln der Häuserschluchten verlor. Es regnete, und doch stank es in diesen verdammten Hinterhöfen so erbämlich nach Kotze und Pisse, als wäre die Menschheit vom finsteren Mittelalter eingeholt worden. Die mit Graffity besprühten Hauswände boten ein bröckelndes Bild der Armut, waren sie doch einst stolze Meisterwerke von Hand gefertigt. Wie sehr hasste er diese verdreckten Großstädte, die ihm nichts weiter boten als ein trauriges Abbild der heutigen Zeit, voller abgestumpfter Menschen, die sich alle nur noch für ihren eigenen Dreck interessieren und in jeder Handlung einen Vorteil für sich suchen.
Doch grade jetzt war keine Menschenseele weit und breit zu sehen, nur die Ratten, die an einem Gulli um ein verranztes Stück weggeworfener Pizza kämpften und die verlauste schwarze Katze an der Mülltonne. Als er an der Mülltonne vorbei lief funkelten ihre Augen dämonisch und mit einem Fauchen verschwand sie als schwarzer Schatten in der Nacht.
Die schwere Glocke im Kirchturm schlug derweil zur 11. Stunde und ihr Klang schien die verlassenen Seitenstraßen von Großhafen für einen Moment mit Leben zu füllen.
Doch mischte sich in diesen Klang der Glocke noch etwas anderes...
Einvertrautes Gefühl überkam ihn, sein Herz wurde mit einer sehnsüchtigen Wärme gradezu überflutet und es war ihm, als sei in ihm eine Sehnsucht erwacht, von der er bis zu diesem Zeitpunkt noch nichteinmal etwas geahnt hatte. Es war eine Mischung aus Neugierde und süßem Verlangen, dass ihn von seinem Heimweg abbrachte und ihn verführerisch in eine andere Richtung zog. Wollte er doch eben noch zu seiner geliebten Frau ins traute Heim, so war dieser Gedanken wie ausgelöscht und es gab für ihn nur noch dieses betörende Streben nach dem Unbekannten. So setze er gedankenverloren einen Fuß vor den nächsten und bewegte sich so immer tiefer in die verwinkelten engen Gassen der Großhafener Altstadt...







Dienstag, 11. November 2008

Numerophob I

Die Pforten aufgestoßen
heiße Luft schießt uns entgegen
weiter vorn von großen

Zahlen dieser Raum erfüllt
zuviel Angst sich zu bewegen
numerische Fratze sich enthüllt

höhnisch auf uns niederlacht
zitternd Papier auf Tische legen
Alptraum ohne Nacht

bebrillte Marionette tanzt mit ihr
das Innere Tod, kein Regen
kotzt uns die Logig aufs Papier

doch folge meinem Rat
willst du die Angst ablegen
denk an "Sigmahutquadrat"

Freitag, 7. November 2008

mein goldener Herbst

Na los trau dich, nicht so scheu
deine Knospe öffnet sich
die Sonne, der Wind , alles ganz neu
schau auf und wachse für mich

Bist das neue am alten Baum
Leben wo alles verdorren war
noch sieht man dich kaum
genau wie im letzten Jahr


Bald wächst du, bist satt und grün
du atmest, schützt uns vor Regen
Schau wie bunt die andern Äste blühn
lass dich sanft vom Wind bewegen


Bald wird es finster, fängst du an zu strahlen
so kraftvoll und warm dein bunter Schimmer
Deine Schönheit auf Leinwand nicht zu malen
dich nun so betrachten könnt ich für immer


Bald schon sind manche Tage ins Land gegangen
treue Zeit, warten auf Dank vergebens
Frühling Sommer Herbst sind vergangen
nimmst Abschied
Vom Stammbaum deines Lebens


Eine sanfte Brise trägt dich hinfort
wohin mag es gehen, wo mag es sein
an einen andern fremden Ort
zwischen Wolken, Richtung Sonnenschein


Bald wirst du zu Boden schweben
auf gefallene Haufen deiner Art
Über dir die Sonne, was für ein Leben
Es geht zu Ende, du weißt es naht

Bald wirst du nie wieder so farbenfroh sein
wirst knochig, trocken und braun
wirst vergehen zwischen den Andern, allein
heute so bunt, morgen das Grau`n


Ein Blick zurück, was hast du gesehn
Menschen, Tiere, Freund und Leid
was ist in der Zeit alles geschehn
doch nichts bleibt für die Ewigkeit


Da kommen von der Seite nunmehr
eine Schaar Kinder angerannt
springen, schreien, toben umher
nehmen den nächsten Haufen zur Hand


Sie werfen die Blätter hoch in die Luft
betrachten das Spiel von rot goldnem Regen
Einer sogar tritt sie weg, dieser Schuft
Lasst doch den Todgeweihten ihren Segen

Und schon sind die Rabauken wieder fort
verstreut, zerknittert, gar zerrissen
welch ein Chaos an deinem letzten Ort
Die Kinder von heute, ganz ohne Gewissen


Oh nein, einer dreht sich herum
läuft zurück, zu deinem Haufen gewandt
bückt sich und knied sich stumm
tastet und sucht mit ruhiger Hand


greift dich sacht bei deinem Stil
trennt dich vom Haufen ganz behut
was hat er vor was ist sein Ziel
doch du spürst -alles wird gut-


Sieh, was er nun mit dir macht
Wie er dich beäugt, dich dabei dreht
Er staunt über deine farbige Pracht
Es scheint als ob das Kind dich versteht


Behutsam trägt er dich nach Haus
was passiert weißt du nicht genau
Er holt ein dickes Buch aus dem Regal heraus
schlägt es behände auf, die Seiten ganz grau


Er bettet dich zwischen das Papier
jetzt ist`s vorbei , die letzte Schlacht
er schließt das Buch, dunkel wird es dir
dein letzter Schlaf in ewiger Nacht


Doch was ist das, sieh da ein Licht
eben noch gefangen in Dunkelheit
Kann das sein, glaubst es selbst nicht
So unverhofft erwacht und befreit


Du fühlst dich gewappnet gegen die Zeit
nie wirst du häßlich, braun oder grau
so zu verbleiben bist du bereit
sieht dich um wo du bist, schau

im Heft des Jungen eingeklebt
so dass du dich niemals verfärbst
so ist es wenn man ewig lebt
und über dir steht "mein goldener Herbst"