Dienstag, 28. April 2009

Schlafwandler

die letzten Sonnenstrahlen am Himmel verblassen
die letzte Tagesstund verrinnt
die alten Sehnsüchte dich fassen
wenn wieder der nächtliche Tanz beginnt

Leuchtende Glut die Dunkelheit erhellt
Zug um Zug, Minute um Sekunde
wie jede Stunde zu Asche zerfällt
richten wir die Zeit zu Grunde

Blauer Schleier statt Lider die Augen bedeckt
von offenen Wünschen und geheimem Verlangen
hinter tiefen Blicken ins Leere versteckt
Gedanken im Seelennebel gefangen

Erinnerungen nehmen uns bei der Hand
wollen durchlebt und gefühlvoll sein
führen uns hinüber ins Träumeland
wo alles Sein ist oder Schein

Ich suche, finde dich und deine Träume
folge dir zu vielen tausenden von Orten
Im Land ohne Regeln ohne Zeit und Räume
wo alles entsteht aus Wünschen und Worten

So werd ich durch deinen Schlaf wandeln
mit dir zusammen träumen und leben
fühlen, lieben, trauern und handeln
und nach der großen Erfüllung streben

Kein Geist kann uns erschrecken
in tiefen U- Bahnen verstecken
oder Blick zum höchsten Turm hinauf
Spring ! Sei dir sicher; ich fang dich auf !

So halt ich dich fest in meinem Arm
und während dein Kopf auf meiner Brust absinkt
hörst du den Herzschlag, sicher und warm
doch spür ich wie unsre Zeit verrinnt

Der Morgen naht, du wachst gleich auf
ein letzter Blick, ein letzter Kuss
Sonne, der Tag nimmt seinen Lauf
So findet ein Traum nun seinen Schluß

Liegen im Bett, spür ich dich immernoch
jede Berührung, dein Duft- ein Gedicht
dein Atem, ein Streicheln am Arm, doch
die Augen zu öffnen getrau ich mich nicht

Die Morgensonne jede Hoffung zerstört
du wärest diesmal vielleicht noch hier
doch bleibt mein Wünschen ungehört
kalt und leer bleibt der Platz neben mir

Doch weiß ich, sie kommt, diese Nacht
wo ich alles sein kann, was ich sonst nicht darf
dich zu spüren mit aller Macht
wenn du dann wandelst, in meinem Schlaf...

Donnerstag, 12. März 2009

Licht im Schatten der Vergangenheit

Tat Orpheus einst vorm Höllentor den Blick zurück
Am Ende war es nur das Leid was blieb
Mancher Blick in die Vergangenheit, heut altes Glück ?
Arglos schleicht der Schatten im Verstand
Ringt mit den Kräften der Moral
Als Martyrium kaum mehr benannt

Magnetisch, zwei kalte Flammen tanzen umschlungen
Eine wie die andere flackernd, dunkles Licht
In dem Moment vereint, neue alte Größe errungen
Nun als helle Fackel den Schein des Dunkels zerbricht

Ein Moment, von Raum und Zeit ganz und gar leer
Richtet sich ein AugenBlick auf die
Seele, tief wie das Meer...
Tosende Gedanken, rasendes Herz, Gefühle, die Engel aufsaugen
Erregung lässt Körper beben, gebissene Lippen erzittern
Realitätsglanz verbrennt Zelluloid vor inneren Augen

Kein Widerstand mehr, der Versuchung hingegeben,
Unsagbar heiß, glühende Lippen, brennende Berührung
Still steht die Welt, und dreht sich doch wie nie im Leben
So gehn sie auf in gleißendem Licht, zur Morgendämmerung


Bleiben wird stets wohl nur Erinnerung, gehütet wie ein Schatz
An etwas besonderes, an einem ganz besonderen Platz